Die glp Aargau stimmt der Richtplananpassung für den Hitachi-Campus in Wettingen zu. Angesichts stagnierender Wirtschaftsdaten und sinkender Arbeitsplatzdichte ist das Projekt eine Schicksalsfrage für den Aargau.
Der Aargau wächst rasant – allerdings primär als Wohn- und Pendlerkanton, während das BIP pro Kopf im interkantonalen Vergleich besorgniserregend stagniert. Die Entwicklung in Wettingen ist die historische Chance, diesen Trend zu brechen. Wenn ein Weltkonzern wie Hitachi nicht im Aargau angesiedelt werden kann, wen dann und wo dann?
„Wir dürfen den Aargau nicht zum reinen Schlafkanton der Schweiz degradieren. Wer die Wertschöpfung nach Zürich abwandern lässt, verliert die Gestaltungshoheit über die eigene Region.“ sagt Leandra Kern.
Die glp verknüpft ihre Zustimmung an klaren Bedingungen: Gefordert wird ein hochwertiger Wissenshub mit maximaler Flächeneffizienz durch mehrgeschossige und kompakte Bauweise. Verkehrstechnisch ist die zeitnahe Realisierung der S-Bahn-Haltestelle sowie die Limmattalbahn Anbindung zwingend, kombiniert mit einem strikten Parkplatz-Minimum. Ökologisch muss sich das Areal als Teil der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler integrieren und durch ein Maximum an ökologischen Massnahmen direkt auf dem Areal sowie in der Landschaftsspange einen Mehrwert schaffen. Zudem ist eine verursachergerechte Beteiligung des Unternehmens an den massiven Infrastrukturkosten sicherzustellen.
Weiter mahnt Leandra Kern: «Die Herausforderungen bei Verkehr und Siedlungsdruck bleiben identisch, egal ob der Campus in Wettingen oder im benachbarten Otelfingen (ZH) realisiert wird». Nur mit einem Standort im Aargau behält die Region jedoch die aktive Gestaltungshoheit und die nötige Steuerkraft, um diese Lasten auch bewältigen zu können. Die glp fordert die Gemeinden daher zu einem konstruktiven Schulterschluss auf, um diese einmalige Chance für den Kanton gemeinsam zu packen.